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Haushälterin gewählt hat. Manche Opfer mögen nothwendig ſein in ſolchen Fällen, wo Geiſtesbildung vorhanden iſt ohne genügende äußere Mittel; aber ſelbſt dann kommt es nur ſelten vor, daß nicht eine Frau von den gehörigen Eigenſchaften vor dem Schickſal bewahrt werden könnte, zu einer bloßen Magd herabzuſinken. Was das elende Gewäſche der Zeitungen betrifft über dieſe Gegenſtände, ſo rührt es in der Regel von Solchen her, die ihr Heimweſen nur als den Ort betrachten, wo ſie Koſt und Unterkunft haben.
Die Gewandtheit und das Geſchick, womit Dus alle Ob⸗ liegenheiten ihrer neuen Stellung erfüllte, während ſie ſolche Dinge vermied, welche ungeziemend und unnöthig waren, be⸗ zauberte mich beinah eben ſo ſehr wie ihr Geiſt, ihr Charakter und ihre Schönheit. Die Neger machten es gänzlich überflüſſig, daß ſie ſich zur eigentlichen anſtrengenden Arbeit herabließ; und mit welch' zierlicher, ächt weiblicher Behendigkeit verrichtete ſie die Pflichten, die ihrer Stellung eigentlich und ſchicklich zukamen! Immer heiter, häufig ſingend, aber nicht laut und geräuſchig, wie etwa ein Milchmädchen, außer in Augenblicken, wo ſie ſich ganz unbelauſcht glauben mochte, und dann ſüße, klagende Lieder ausſtrömend, welche die Scenen früherer Tage zurückzurufen
ſchienen. Aber immer heiter iſt doch etwas zu viel geſagt.
Denn zu Zeiten war Dus auch traurig. Ich fand ſie drei⸗ oder viermal in Thränen, wagte aber nicht, mich nach der Urſache zu erkundigen. In der That hätte ich auch kaum Zeit dazu gehabt; denn im Augenblick, wo ich mich zeigte, trocknete ſie ſich die Augen und empfing mich mit Lächeln.
Ich brauche kaum zu ſagen, daß mir die Zeit ſehr angenehm und wunderbar ſchnell verfloß. Der Kettenträger blieb auf dem Neſt auf meinen Befehl, denn meinen Bitten wollte er ſich nicht fügen; und ich entſinne mich keines genußreicheren Monats, als jener für mich war. Ich machte eine ziemlich umfaſſende Bekannt⸗
ſchaft mit meinen Pächtern, und fand an vielen von ihnen ſo ge⸗


