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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
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Ich hatte den größten Theil der Kleidungsſtücke abgelegt, welche zu tragen bei den Gentlemen im Jahre 1784 üblich war, und ein Jagdhemd und Ledergamaſchen angezogen, als die paſſendſte Tracht für die Wälder; und in Folge hievon wäre es für einen, der nicht in die Sache eingeweiht war, ſchwer geweſen zu errathen, daß der Mann, der zu Fuß, in ſolcher Tracht, ſeine Vogelflinte im Arm und von einem Indianer begleitet ankam, der Eigenthümer des Gutes ſei. Ich hatte neuerlich nichts nach Ravensneſt wiſſen laſſen, daß ich bald dort einzutreffen gedächte; und wie wir ſo dahin ſchritten, kam mir plötzlich der Einfall und die Luſt, mir die Dinge erſt eine Weile Inkognito zu beſehen. Um dieß auszuführen er⸗ achtete ich für nothwendig, dem Indianer noch ein paar Worte zu ſagen.

Susqueſus, ſagte ich, als wir uns dem Schulhauſe näher⸗ ten, das zwiſchen uns und dem Gaſthauſe ſtand,ich hoffe, Ihr habt mich verſtanden es iſt nicht nöthig, irgend Jemanden zu ſagen, wer ich bin. Wenn man Euch fragt, könnt Ihr antworten, ich ſei Euer Freund. Das iſt nur die Wahrheit, wie Ihr finden ſollt, ſo lange Ihr lebt.

Gut junger Häuptling hat Augen, will damit ſehen ſelbſt. Gut Susgueſus wiſſen.

Binnen einer Minute machten wir Halt unter dem Menſchen⸗ haufen vor der Thüre des Schulhauſes. Der Indianer war ſo gut bekannt und ſo oft auf dem Neſt, daß ſeine Erſcheinung gar keine Aufmerkſamkeit erregte. Wichtige Angelegenheiten ſchienen auf dem Tapet zu ſein, denn es war da viel Hin⸗ und Herreden, viel geheime Beſprechung, man ſah viele geſpannte Geſichter und viel Zuſammenſtecken der Köpfe. Während die Geiſter ſo in Auf⸗ regung und Unruhe waren, ſchienen Wenige geneigt, irgend beſon⸗ dere Kunde von mir zu nehmen; aber ich war nicht lange am äußern Saume der Verſammlung geſtanden, welche etwa ſechzig bis ſiebzig Männer und daneben ungefähr eben ſo viele erwachſene