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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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die Stadt noch am Tage unſerer Ankunft. Es gab in jener früheren Zeit wenige öffentliche Fahrgelegenheiten, und ich war ge⸗ nöthigt, einen Wagen zu miethen, um Jaap und mich, ſammt un⸗ ſern Effekten, nach Ravensneſt zu bringen. Eine Art dumpfer, ſchwerer Ruhe war über das Land gekommen nach den Kämpfen des jüngſt beendigten Krieges, aber Ein Intereſſe ſchien darin rege und ſehr lebendig zu ſein. Dieß Intereſſe, ein großes Glück für mich! ſchien das Streben derLandjägerei und derAn⸗ ſiedelung zu ſein. Beweiſe genug hievon ſtellten ſich mir in Al⸗ bany ſelbſt dar, denn kaum konnte man die Hauptſtraße dieſer Stadt betreten, ohne darin mehr oder weniger ſolche Abenteurer zu treffen, deren Abſichten und Beſtrebungen durch die Embleme des gepackten Bündels und der Art angedeutet waren. Neun unter zehn kamen aus den öſtlichen oder Neu⸗England⸗Staaten, damals die bevölkertſten, obgleich weder Boden noch Klima beſon⸗ ders günſtig waren.

Wir brauchten zwei Tage, bis wir Ravensneſt erreichten, ein Beſitzthum, das mir nun ſchon mehrere Jahre gehörte, das ich aber jetzt zum erſten Mal ſah. Mein Großvater hatte eine Art von Geſchäftsführer oder Agent dort gelaſſen, einen Mann mit Namens Jaſon Newcome, vom Alter meines Vaters, des Generals, der ein⸗ mal Schullehrer in der Nähe von Satanstoe geweſen war. Dieſer Agent hatte ſelbſt ausgebreitete Ländereien gepachtet, und war, wie es hieß, der Inhaber der einzigen irgend bedeutenderen Mühlen auf dem Gute. Mit ihm war man immer in einiger Korreſpon⸗ denz geſtanden, und ein paar Male, während des Krieges, hatte mein Vater eine Beſprechung mit dieſem Vertreter ſeiner und meiner Intereſſen gehabt. Ich aber ſollte ihn jetzt zum erſten Mal ſehen. Wir kannten einander nur dem Namen nach und vom Hörenſagen, und gewiſſe Punkte in der Art der Geſchäftsführung hatten mich veranlaßt, dem Mr. Newcome anzukündigen, es ſei meine Abſicht, eine Aenderung in der Verwaltung des Gutes eintreten zu laſſen.