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Der rothe Freibeuter / J. F. Cooper
Entstehung
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geſtrengter Blick; ja, ſo ſehr trat nach und nach das mächtige gegenſeitige Gefühl der Beiden hervor, daß es der Bemerkung der übrigen Zuſchauer nicht entgehen konnte. 3

Mutter! ſagte der Offizier mit liebevoller Beſorgtheit;

meine Mutter! was fehlt Ihnen?

Heinrich.... Gertraud, antwortete die Ehrwürdige, und breitete, dem Hinſinken nahe, die Arme nach ihren Kindern aus; Ihr habt, meine Theuern, Euer Haus Einem geöffnet, der ein Recht hat es zu betreten. O, es iſt in dieſem Augenblicke, wo die Leidenſchaften ſchweigen und unſere Hinfälligkeit ſich offenbart, in dieſem Augenblicke der Schwäche und der Krankheit iſt's, wo die Natur ihr urſprüngliches Gepräge wiedererkennt! Ganz ſehe ich es in dieſem bleichen Antlitz, in dieſen eingeſunkenen Zügen, wo Alles verſchwunden iſt, nur nicht der letzte dauernde Ausdruck der Familie, der Verwandtſchaft!

Verwandtſchaft! rief Kapitän de Lacey:unſer Gaſt mit uns verwandt!

Ein Bruder; antwortete die Dame, indem ſie das Haupt auf die Bruſt ſinken ließ, als ob ſie einen Grad der Verwandt⸗

ſchaft ausgeſprochen habe, der ſie nicht minder ſchmerze, als erfreue.

Der Fremde, zu ſehr ergriffen, um ſprechen zu können, gab ſeine Beſtätigung durch eine freudige Geberde zu erkennen, ohne den Blick von ihr abzuwenden, der ſeine Richtung behalten zu wollen ſchien, ſo lange als das Leben demſelben Bewußtſein verlieh.

Ein Bruder! wiederholte ihr Sohn mit innigem Erſtaunen. Wohl wußte ich, daß Sie einen Bruder beſaßen; doch glaubte ich, er ſei ſchon im Knabenalter geſtorben.

Ich ſelbſt glaubte es lange, obgleich eine bange Ahnung vom

Gegentheil mir oft die Seele mit Wehmuth erfüllte; die Wahr⸗ heit ſteht aber zu klar auf dieſem hingewelkten Antlitz, in dieſen

eingefallenen Zügen geſchrieben, als daß ſie noch verkannt werden