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ihr eine kurz andauernde Hoffnung auflebte, die Wunde ſey nicht tödtlich. Ich für meine Perſon brachte eine Stunde damit zu, den Stand der Dinge im Hauſe und um das Haus zu unterſuchen, um mich zu überzeugen, daß keine Verſäumniß und Nachläßigkeit noch jetzt unſre Sicherbeit gefährde. Nach Verfluß dieſer Zeit kehrte ich zu Guert zurück und begegnete Herman Mordaunt nahe bei der Thüre ſeines Zimmers.
„Die wenige Hoffnung, die wir hatten, iſt verſchwunden,“ ſagte der Letztere in kummervollem Tone.„Der arme Ten Cyck hat ohne Zweifel ſeine Todeswunde empfangen und nur noch wenige Stunden zu leben. Wären meine Leute in Sicherhett, ich wollte, daß lieber Alles in Ravensneſt Häuſer und Güter, zu Grunde ge⸗ gangen wären, als daß uns dieß getroffen hätte!“
Durch dieſe Erklärung vorbereitet, war ich nicht ſo ſehr über⸗ raſcht, als es ſonſt wohl der Fall geweſen wäre, über die große Veränderung, die mit meinem Freunde, ſeit ich ſein Zimmer ver⸗ laſſen, vor egangen war. Es war unverkennbar, daß er den Aus⸗ gang vorausſah. Dennech war er ruhig, ja, dem Anſchein nach vergnügt und glücklich. Auch war er nicht ſo ſchwach, daß er nicht hätte vernehmlich und ohne große Mühe ſprechen können. Wenn die Maſchine des Lebens ſtille ſteht in Folge des plötzlichen Zer⸗ reißens eines das Leben zuſammenhaltenden und bedingenden Ban⸗ des, iſt das Herannahen des Todes, obgleich raſcher als bei Krank⸗ heiten, doch ſelten ſo augenfällig. Die erſten Anzeichen eines tödt⸗ lichen Ausgangs werden hier mehr durch die Beſchaffenheit der ge⸗ waltſamen Verletzung an die Hand gegeben, als daß ſie in den ſichtbaren Wirkungzen hervortreten.
Ich habe geſagt, Guert habe vergnügt und glücklich geſchienen, obwohl ſo nahe dem Tode. Anneke erzählte mir ſpäter, Mary Wal⸗ lace habe ihm ihre Liebe geſtanden, auf eine ernſte und dringende Anfrage und Bitte von ihm, und von dieſem Augenblick an habe er ſich ausgeſprochen wie Einer der ſeinem nahen Tode zufrieden


