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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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blick gehabt, als da ich den Herzog von Sant' Agata ſeine ſchöne und vor Freuden weinende Braut an ſein Herz drücken ſah.

Die Inquiſitoren waren überraſcht durch den ſtillen Enthuſias⸗ mus des Bravo und die Verwunderung erregte wieder eine Pauſe. Endlich nahm der Aelteſte von den Dreien das Verhör wieder auf.

Wirſt Du uns die Art ihres Entkommens mittheilen, Jacopo? fragte er.Bedenke, daß Du noch ein Leben zu retten haſt.

Signore, dieſes eine iſt kaum der Mühe werth. Aber Euch zu gefallen ſoll nichts verſchwiegen bleiben. Jacopo erzählte nun

einfach und ungeſchminkt die Mittel, welche Don Camillo zur Be⸗

werkſtelligung ſeiner Flucht angewendet hatte, die Hoffnungen der⸗ ſelben, die Hinderniſſe und das endliche Gelingen. Er verheimlichte nichts bei dieſer Erzählung, als den Ort, wo die Damen auf kurze Zeit eine Zuflucht gefunden hatten, und Gelſomina's Name. Sogar Giacomo Gradenigo's Anſchlag auf das Leben des Neapolitaners und die Geſchäftigkeit des Juden in dieſer Sache machte er kund. Keiner hörte den Bericht ſo aufmerkſam an, als der junge Ehemann.

Unbeſchadet ſeiner öffentlichen Pflichten, klopften ſeine Pulſe, als der Gefangene bei den wechſelvollen Schickſalen der Liebenden verweilte,

und als endlich ihre Vereinigung erzählt ward, hüpfte ſein Herz vor Freuden. Auf der andern Seite hörten ſeine verſchmitzteren Collegen die Erzählung des Bravo mit berechnender Kälte. Alle künſtliche Verfaſſungen bewirken eine Unterordnung der Gefühle unter den Geſchäftsgang. Uebereinkunft und Heuchelei treten an die Stelle der Leidenſchaft und des geraden Handelns, und wie der Muſelmann bei ſeiner Vorherbeſtimmungslehre, beruhigt ſich Niemand leichter beim Mislingen ſeines Vorhabens, als wer der Natur und der Ge⸗ rechtigkeit die Argliſt entgegenzuſtellen hat; ſeine Reſignation iſt gemeiniglich ſo entſchieden, wie ſeine vorgängige Anmaßung uner⸗ träglich war. Den beiden Senatoren ward auf einmal klar, daß Don Camillo und ſeine ſchöne Gefährtin ihrer Macht entronnen wären, und ſogleich ſahen ſie ein, daß man aus der Nothwendigkeit