32
längſt wiſſen, wie Du damit bei mir unrecht ankommſt. Sag' mir die Wahrheit, oder Du ſollſt nicht an Dein Geſchäft kommen, ſon⸗ dern hier mein Gefangner bleiben, ſo lang mir's beliebt.“
„Vielleicht, daß ich Dir nicht von Geſchehenem geredet habe, ſondern was ich denke, daß binnen kurzem geſchehen wird! Aber Don Camillo hat mich neuerlich ſo auf dem Waſſer erhalten, daß ich faſt alles im Traum thue, ſobald ich nicht beim Ruder bin.“
„Du ſuchſt mich umſonſt zu hintergehn, Gino! denn Dein Auge ſagt mir die Wahrheit, und wenn⸗ Deine Zunge und Dein Hirn wer weiß wohin gerathen. Trink da einen Schluck und entlaſte Dein Gewiſſen als ein Mann.“
„Ich wollte, Dein Vater machte mit Stefano Milano Bekannt⸗ ſchaft,— ſagte der Gondolier nach einem langen Athemzuge und noch längeren Trunk.— Das iſt ein Padrone aus Calabrien, der oft köſtliches Getränk aus ſeiner Gegend in den Hafen bringt, und der Dir ein Faß rothen lacrymae christi durch den Broglio ſelbſt ſchafft, ohne daß es ein einziger von den Herren gewahren ſoll. Der Mann iſt gegenwärtig hier, und wenn Du willſt, ſo könntet ihr bald um einige Schläuche Handel eins werden.“
„Ich bezweifle, daß er beſſeres Getränk hat, als was hier im Sande des Lido gereift iſt. Trink noch einen Schluck, es ſchmeckt, wie man ſagt, das zweitemal beſſer als das erſte.“
„Wenn der Wein ſich auf ſolche Weiſe verbeſſert, ſo muß Dei⸗ nem Vater das Herz ſchwer werden, wenn er die Hefen ſieht. „S wär ein Werk der Barmherzigkeit, ihm Stefano's Bekanntſchaft zu verſchaffen.“ 3
„Nun, und warum nicht jetzt gleich? Seine Feluke, ſagſt Du, iſt im Hafen, und Du kannſt ihn ia herführen durch die geheime Thür und die Gäßchen.“
„Du vergißt mein Geſchäft. Don Camillo iſt nicht gewohnt, zuletzt bedient zu werden. Cospetto!'S wär ein Jammer, wenn
——.———., 814189


