IX
gab eine Reihe venetianiſcher Regierungsmaximen Anlaß, die in den Archiven dieſes mitleidloſen Staates aufgefunden wurden, als die Franzoſen im Revolutionskriege die Republik in Beſitz nahmen. Wie ſehr auch der Ausgang dieſer Er⸗ zählung jedes geſunde menſchliche Herz empören wird, ſo glauben wir uns doch hierin, weder in Beziehung auf die Grundſätze noch auf die Handlungsweiſe der venetianiſchen Republik— irgend einer Uebertreibung zeihen laſſen zu dürfen.
Schon in dem Vorworte zur erſten Ausgabe erklärte der Verfaſſer, daß er Sitten nur ſchildern wollte, ſo weit ſie mit Grundſätzen zuſammenhiengen. Die Einführung wirk⸗ licher hiſtoriſcher Charaktere und Ereigniſſe iſt abſichtlich ver⸗ mieden worden; Alles, was etwa hieran erinnern möchte, ſollte nur dazu dienen, dem Gemälde venetianiſchen Lebens durch eine gehörige Miſchung der Lokalfarben um ſo größere Wahrſcheinlichkeit zu leihen. Die Moral des Ganzen ſollte
nur aus der Erzählung ſelbſt fließen, daher un ſo paßen⸗
der erſcheint, dem Leſer jede derartige Nutzanwendung aus⸗
ſchließlich zu überlaſſen.
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