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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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der Moͤglichkeit ausgeſetzt, Frankreich lehnbar zu werden.“

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geſchweige denn Euer ehelich Gemahl zu werden. O! gnädige Gebieterin! was waren das für kummervolle Tage, als Euch von den vielen brünſtigen Gebeten, daß dieſes verhütet werden möge, die Kniee wund wurden. Aber Gott wollte es nicht, und auch ich nicht. Dieſer Dolch hätte ſein Herz durchbohrt, ehe noch eines ſeiner Ohren die Gelübde Iſabella's von Caſtilien vernommen haben würde.“.

„Ich bitte Dich, ſprich nicht mehr davon, gute Beatriz!“ ſagte die Fürſtin, indem ſie ſchaudernd ſich bekreuzte.„Es waren in der That kummervolle Tage, aber was ſind ſie in Vergleichung mit den Leiden des Gott⸗Menſchen, welcher ſich ſelbſt für unſere Sünden dahingab? Rede alſo nicht mehr davon. Dieſe Prüfung wahr wohlthätig für meine Seele, und Du weißt, daß das Uebel von mir abgewandt wurde, ohne Zweifel mehr durch die Wirkſam⸗ keit unſerer Gebete, als durch die Deines Dolches. Wenn Du von meinen Freiern ſprechen willſt, ſo gibt es gewiß andere darunter, bei denen es ſich mehr der Mühe lohnt.“

Ein lichter Strahl ſchoß aus Beatriz dunkelm Auge, und ein Lächeln ſpielte um ihren ſchönen Mund, denn ſie verſtand wohl, daß die verſchämte königliche Jungfrau ihre Rede auf den Mann lenken wollte, auf den endlich ihre Wahl gefallen war. Obgleich aber Beatriz ſtets geneigt war, ihrer Gebieterin zu Gefallen zu leben, ſo beſchloß ſie doch mit weiblicher Schalkhaftigkeit, dem anſprechen⸗ deren Theile dieſer verfänglichen Unterhaltung ſich nur in einer regelmäßigen Folge der Ereigniſſe, wie ſie ſich wirklich zugetragen hatten, zu nähern.

„Dann kam Monſieur de Guienne, der Bruder des Königs Ludwig von Frankreich,“ fuhr ſie mit wegwerfender Miene fort. „Er wäre wohl gerne der Gemahl der Königin von Caſtilien ge⸗ worden, aber ſelbſt die unwürdigſten Caſtilianer bemerkten bald das Ungeeignete dieſer Verbindung. Ihr Stolz hätte ſie wohl niemals