„Und Sie, Miß Franziska, ſehnen Sie ſich auch ſo ſehr nach dem Frieden, wie Ihre Schweſter?“
„In mancher Hinſicht gewiß,“ erwiederte das Mädchen, in⸗ dem ſie einen furchtſamen Blick auf den Frager warf; da ſie aber in ſeinem Geſichte demſelben Ausdrucke des Wohlwollens begegnete, wie früher, ſo fuhr ſie mit leuchtendem Antlitz und einem ſprechen⸗ den ſinnigen Lächeln fort:„aber nicht auf Koſten der Rechte mei⸗ ner Landsleute.“
„Rechte?“ wiederholte ihre Schweſter ungeduldig.„Weſſen Rechte können gewichtiger ſeyn, als die eines Souveräns? und welche Pflicht iſt klarer, als der Gehorſam gegen diejenigen, welche ein natürliches Recht zu befehlen haben?“
„Gewiß, keine,“ ſagte Franeiska mit ſcherzender Heiterkeit, faßte zärtlich die Hand ihrer Schweſter mit der ihrigen und fügte mit einem Lächeln gegen Harper bei:
„Ich habe Ihnen bereits bemerkt, daß meine Schweſter an⸗ dere politiſche Anſichten hat, als ich. Wir haben aber einen un⸗ parteiiſchen Schiedsrichter in unſerem Vater, welcher ſeine Lands⸗ leute und die Engländer liebt, und daher bei keinen von beiden Partei nimmt.“
„Ja,“ ſagte Herr Wharton, indem er etwas beunruhigt zuerſt den einen, dann den andern ſeiner Gäſte anblickte;„ich habe nahe Freunde in beiden Armeen und fürchte den Sieg einer jeden, weil er die Quelle eines mich näher angehenden Unglücks werden kann.“
„Ich denke, Sie werden in dieſer Hinſicht wenig von den Yankees zu befürchten haben,“ unterbrach ihn der an dem Tiſche ſitzende Gaſt, indem er ſich wieder ein Glas aus der bewunderten Flaſche füllte.
„Seine Majeſtät mag erfahrenere Truppen haben, als der Congreß,“ erwiederte der Wirth ängſtlich,„aber die Amerikaner haben ſie mit einem ausgezeichneten Erfolg bekämpft.“
Harper achtete nicht auf die Bemerkungen der ſprechenden


