Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1834)
Einzelbild herunterladen

308

Weg in dieſer dunkeln Höhle wurde immer mühſamer und beſchwerlicher, und nur ſelten und undeutlich zeigten ſich ihnen die Geſtalten der fliehenden Krieger. Ein Mal glaubten ſie ihre Spur ſchon ganz verloren zu ha⸗ ben, als ſie am Ende eines ſchmalen Durchgangs, der auf den Berg hinauf zu führen ſchien, ein weißes, flat⸗ terndes Gewand erblickten.

Es iſt Cora! rief Duncan, mit einem Tone, in welchem ſich Schrecken und Freude ſeltſam miſchten.

Cora! Eora! wiederholte Unkas, wie ein Hirſch weiter ſpringend.

Es iſt das Mädchen! frohlockte der Kundſchafter.

Nur Muth! Wir kommen, wir kommen! Der Anblick der Gefangenen hatte ihren Eifer auf's Neue beſeelt, und die Verfolgung ward ſogleich fortge⸗ ſetzt; allein ihr Weg wurde jetzt rauh, uneben und an einigen Stellen faſt ungangbar. Unkas warf ſeine Büchſe weg und eilte mit unbedachtſamer Haſt vorwärts. Hey⸗ ward folgte ſeinem Beiſpiel; allein bald ſahen ſie ein, wie unbeſonnen ſie gehandelt hatten. Es geſchah ein Schuß, den die fliehenden Huronen längs des Felſengan⸗ ges herunterthaten, und die Kugel brachte dem jungen Mohikaner eine leichte Wunde bei.

Wir müſfen dicht an ſie heran! ſagte Hawk⸗eye, mit einem gewaltigen Satze an ſeinen Freunden vorüber⸗ ſpringend;die Schurken ſchießen in dieſer Nähe uns ſonſt alle nieder, und ſeht! ſie halten das Mädchen ſo, daß ſie ſelbſt durch ſie gedeckt ſind.

Ohne auf dieſe Worte zu achten oder vielmehr ohne ſie zu hören, folgten die Gefährten des Kundſchafters