Die Chriſtenheit windet ſich allmählig aus der Unwiſſen⸗ heit, Barbarei und Grauſamkeit der Zeiten des Mittel⸗ alters los. Es iſt kein Gegenſtand der Ruhmredigkeit mehr, daß die Hand, welche das Schwerd trägt, nie die Feder führte, und ſchon lange haben die Menſchen auf⸗ gehört, ſich erworbener Kenntniſſe zu ſchämen. Die ver⸗ vielfachten Mittel, um Grundſätze und Thatſachen zu verbreiten, und eine allgemeine Ausſaat der Intelli⸗ genz haben in der ganzen civiliſirten Welt zur Feſtſtel⸗ lung einer heilſameren Moral und gerechterer Ubungen geführt. So iſt derjenige, welcher mit der ſchwindenden Hoffnung ſeiner Jahre die Überzeugung annimmt, daß die Menſchheit ſich immer mehr verſchlechtert, wohl eben ſo weit von der Wahrheit entfernt, wie der, welcher in dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts den Morgen eines goldnen Zeitalters dämmern ſieht. Daß wir durch die Meinungen und übungen unſerer Vorfahren ſehr ge⸗ wonnen haben, iſt eben ſo gewiß, als daß ſich Anlaß er⸗ geben wird, das Erbtheil der Sittlichkeit, welches wir der Nachwelt hinterlaſſen werden, zu veredlen.
Als die Fortſchritte der Civiliſation Europa zwangen, die Gewaltthat und Ungerechtigkeit einzuſtellen, die ſo offen geuͤbt wurden, bis man die Buchdruckerkunſt er⸗ fand, machte die andere Halbkugel Amerika zu einem Schauplatz von Handlungen, deren nähere Bekanntmachung zu Hauſe ihre Schändlichkeit verbot. Weniges von geſetz⸗ loſer, käuflicher, gewaltthätiger und ſelbſtſüchtiger Natur war zu finden, was die ſogenannten Herren des Conti⸗


