Teil eines Werkes 
2. Th. (1850)
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Die Ueberlieferungen Eures Volkes laſſen Euch ohne Zweifel all dieß ſehen und fühlen.

Der Ausdruck der Liebe war der vorherrſchende in den Geſichtszügen dieſes rothen Mannes. Er mochte ſeine ſtets noch ſprechenden Augen auf Menſchen oder Dinge richten, ſo drückte ſich Theilnahme und Liebe darin aus, und dieſer Aus⸗ druck war ſo entſchieden und eigenthümlich, daß er uns ſogleich anzog und uns mehr und mehr an den alten Häuptling feſſelte, je länger wir in ſeiner Nähe waren.

Als wir jedoch unſere Anſpielung auf die neberlieferungen ſeines Volkes laut werden ließen, wechſelte jener Ausdruck und eine Wolke flog über das Antlitz. Dieſer Wechſel war jedoch ebenſo vorübergehend, als er ihn plötzlich überkommen hatte, und der wohlwollende, milde Blick kehrte ſo raſch wieder, als er verſchwunden war.

Es ſchien, als wollte er dieſen unwillkürlichen Ausdr uck eines ſchmerzlichen Rückblicks auf die Vergangenheit dadurch ſühnen, daß er mir ſo offen entgegen kam, als dieß nur mög⸗ lich war. 4

Meine Ueberlieferung ſagen ziemlich viel, lautete die Antwort.Sie ſagen gutes, und ſie ſagen ſchlimmes.

Darf ich fragen, welchem Stamm Ihr angehört?

Der rothe Mann wendete ſeine Augen ſo freundlich auf mich, als wollte er das Herbe, das vielleicht in der Verwei⸗

gerung einer Antwort lag, mildern, und in ſeinen Zügen

ſpiegelte ſich ein Wohlwollen, deßgleichen ich mich nicht

eerinnere, je geſehen zu haben. Ja, wir könnten mit aller

Wahrheit ſagen, die Liebe, welche gewöhnlich in den Zügen dieſes alten Mannes glänzte, habe Alles übertroffen, was in Bezug auf dieſes Gefühl irgend ein anderes menſchliches

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