bungen, welche ſo oft für Frömmigkeit in ihrem reiuſten Erguſſe genommen werden, frei blieben.
Manche meiner Leſer werden vielleicht neugierig ſein, zu erfahren, wie es die Zeit mit uns ältlichen Leuten gehal⸗ ten habe, denn ältlich ſind wir gewiß geworden. Was mich angeht, ſo erfreue ich mich eines geſunden Alters und ſehe, glaube ich, wenigſtens zehn Jahre jünger aus als ich bin. Ich ſchreibe dies der Mäßigkeit und der Bewe⸗ gung im Freien zu. Lucy war ohne Frage eine einneh⸗ mende Dame, bis ſie fünfzig Jahre alt wurde, und ſelbſt in dieſer Zeit hatte ſie noch viel von ihrem früheren blü⸗ henden Ausſehen. Ich halte ſie noch für ſchön und der alte Neb ſpricht wohl, wenn ihn ſeine Schmeichler⸗Laune anwandelt, von meinen beiden Töchtern als ſeinen„ſchönen jungen Miſſus“ und von meiner Gattin als ſeiner„ſchö⸗ nen alten Miſſus.“
Und warum ſollte Lucy Hardinge nicht Spuren jener „Reize bewahren, welche ſie in ihrer Jugend ſo lieblich machten? Offen, reinen Gemüths, bieder, wahr, mild und gerecht, wie ſie iſt, mußte ihre Seele dem Antlitze einen Theil ihrer erhabenen Eigenſchaften mittheilen, welche es ſelbſt jetzt noch ſo ſichtbar zurückſpiegelt. Ich wieder⸗ hole es, Lucy iſt noch ſchön, und in meinen Augen ſind ſelbſt ihre reizenden Töchter weniger ſchön. Daß ſie meine Gattin ſo lange war und noch iſt, macht nicht allein die Wonne, ſondern auch den Stolz meines Lebens aus. Es iſt dies ein Glück, für welches ich, ohne mich des Geſtänd⸗ niſſes zu ſchämen, Gott täglich auf meinen Knieen danke.
——
—


