97. Die stillen Gäng' und langen Träumerey'n, Nicht konnten Juliens Blicken sie entgehen, Sie sah, dem Juan muſste etwas seyn!
Doch was zumeist wir mit Befremden sehen, Ist, dafs die Donna Ines nie vom weiten
Mit Fragen neckte ihren einz'gen Sohn,
Ob sie's nicht wollt', ob ihr das Ganz' entflohn? Ging's ihr, wie allen hochgelahrten Leuten?
98. Das scheint befremdend, doch ist's ganz gemein; Zum Beispiel, Männer, deren Frauen sich er- frechen, Vom Zwang der Frauenpflicht sich zu befrey'n, Und brechen— welch'Gebot ist's, das sie brechen? (Die Zahl hab' ich vergessen; wer citirt, Muſs auf der Hut seyn, Irrthum zu vermeiden;) Ich sage Männer, wenn an Eifersucht sie leiden, 50 fehlen sie, was gut ihr Weibchen spürt.
99.
Stets ist ein rechter Eh'mann eifersüchtig, Nur meistens da, wo seine Zweifel nichtig; Er mifstraut dem, der keine Absicht hat, Oder, zu seinem Unglück selbst verschworen, Indem er einen theuern schlechtenFreund erkoren,


