54 Plucht sey gemein und feig, und sicher sey so viel, Kein Mann sollt' ihr entlocken ein Gefühl, Das heifst Gefühl, was über jenem allgemeinen Vorzug, der immer Raum in uns gewinnt, Sehn Leute wir, die häbscher noch als Andre sind, Die dann als so viel Brüder uns ersch
einen.
78.
Und sollte sie,— wer kann das sagen?
Der Teufel ist gar ränkevoll— zufällig sehn,
Es woll' ihr eigen Herz nicht recht mehr sicher stehn;
Und— ganz noch frey— es könnte wohl be- hagen
Der oder jener— 0,⸗ ein edles Weib kann dämpfen
edler durch's Bekämpfen!
Dergleichen Hang, nur n?— gut!— fort-
VUnd fragt' ein Mann gar ar geschickt!
Ihr Mädchen, seht, wie der Versuch euch glückt.
79. Dann giebt's ja eine Art von geistgem Lieben, Hell, unbefleckt, und unvermischt, und rein,
Wie selbst die Seraphim sich seiner freun, Und ältre Frau'n, die auch gern sicher blieben!
,


