I. Das Comptoir.
An einem Morgen des Monats Mai, im Jahr 1849 ſaß ein junger Commis vor einem Pulte allein auf dem Comptoir eines nicht ſehr anſehnlichen Kauf⸗ hauſes zu Antwerpen. Er war ſehr hoch gewachſen und blondhaarig; ſein feines und glattes Geſicht und etwas Träumeriſches in ſeinem Ausdruck erregten die Vermuthung, er müſſe ſehr ſanftmüthig ſein, ob⸗ wohl das Funkeln ſeiner blauen Augen von einer gewiſſen Entſchloſſenheit oder zum Mindeſten von einem lebhaft erregten Gefühle zeugte.
Er war mit Schreiben beſchäftigt, doch unter⸗ brach er zu wiederholten Malen ſeine Arbeit, um in ein Tagblatt zu ſehen, das rechts neben ihm offen auf dem Pulte lag. Was darin zu leſen ſtand, ſchien ihn jedesmal von Neuem mit einer geheimen Kraft zu erfaſſen, denn es war ſichtbar, daß er ſehr oft gegen ſeinen Willen die Aufmerkſamkeit von ſei⸗ nem Geſchäft abwandte. Noch einmal richtete er den Blick auf das Tagblatt und las mit dumpfer, bewegter Stimme:


