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Weder Edmond noch Girard ließen einen Laut vernehmen. Der an an der Thüre Stehende ſchien es inne geworden zu
ſein, daß der Eingang nicht ſo leicht auszuführen wäre. Man hörte
ein paar Stimmen flüſtern. Demnach waren es zwei oder drei Männer, die auf dem Gange ſtanden.
Edmond und Girard hielten ſich immer noch ſtill.
Jetzt klang eine lautere Stimme:
„Sie ſchlafen Alle,“ ſagte ſie.
„Aber die Thüre iſt verſchloſſen,“ entgegnete eine andere
Stimme.
„Auch gut!— Poche!“
Es pochte an der Thüre, erſt leiſe, dann ſtärker.
Girard gab Edmond einen Wink zu ſchweigen und Edmond verſtand und ſchwieg.
Zum zweiten Male pochte es.
Beide Wachenden verhielten ſich ruhig.
Stärker noch ſetzte ſich das Pochen fort und Girard fand es
für gut, ein Lebenszeichen zu geben.
„Wer da?“ rief er.
„Macht auf!“ entgegnete es.
Girard erkannte die Stimme des Juden.
„Was wollt Ihr?“ fragte er.
„Macht auf, Herrſchaften!“ antwortete des Juden Stimme.
„Warum?“
„Es iſt noch ein reiſender Herr eingetroffen, und da er ganz durchfroren iſt, ſo möchten die Herrſchaften geſtatten, daß er ſich drinnen wärmt und dann beim Ofen ſchläft.“
„Daraus kann nichts werden!“
„Was— nichts?— Warum nicht?“
„Weil wir Niemanden in der Nacht einlaſſen!“ antwortete Girard mit ſehr entſchiedenem Tone.
„Wie, Niemanden?“
„Ganz gewiß, Niemanden!“
„Auch mich nicht, den Krüger?“
„Auch Dich nicht, Jude!“
„Bin ich nicht der Herr?“
„Jetzt ſind wir die Herren dieſer Stube.— Und nun höre


