Teil eines Werkes 
2. Th. (1870)
Entstehung
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263 und ſich dann auf ihn zu ſtützen, wo ſie dann den Bach eher er⸗ reichen könnten, während jetzt Fano nur liegen bleiben und in der Qual des Durſtes vergehen müſſe.

Vielleicht war es das in ſeinen Eingeweiden wüthende Feuer, für welches er keine Linderung ſonſt wußte, als am Bache ſelbſt, welches Fano endlich beſtimmte, Mattev's Vorſchlag anzunehmen; aber ſchwer mochte ihm dieſes werden.

Schwöre mir, Matteo, ſprach er mit heiſerer Stimme,mich nicht betrügen zu wollen.

Mir fällt das gar nicht ein! entgegnete Matteo.

Schwöre es! rief Fano.

Gut, ich ſchwöre es, ſagte Matteo, die Hand in die Höhe ſtreckend,ſchwöre bei den Heiligen des Himmels und den Teufeln der Hölle, daß ich Dich des Kindes nicht berauben will, ich will im Gegentheil Alles thun, es am Leben zu erhalten. Biſt Du nun zufrieden?

Fano ſagte nichts, er nickte nur mit dem Kopfe, duldete es aber, daß Matteo das Kind aus ſeinem Arme nahm.

Richte Dich nun auf, ſagte Matteo jetzt,halte Dich recht feſt an mich, beiße die Zähne zuſammen und dann wird's ſchon gehen, daß wir in ein paar Minuten beim Waſſer ſind! Dann wäre Dir doch ſo weit geholfen, Fano.

Ja, ſo weit! ſeufzte Fano.

Matteo hatte übrigens Recht, wenn er geſagt, daß es nun leichter gehen werde, denn Fano konnte ſich nicht nur leicht an ihm emporrichten, ſondern auch mit dem noch geſunden Arme ſich feſt an ihn klammern, ſo feſt, als ſeine ſtark geſchwundenen Kräfte es er⸗ laubten, und er wurde dabei noch von Matteo unterſtützt.

In fünf Minuten hatten ſie denn auch den Rand des Baches erreicht, wo Fano dann leichter ſeinen brennenden Durſt etwas ſtillen konnte, während Matteo ſeine Aufmerkſamkeit dem Kinde zuwandte, welches er auf das Sorgſamſte abwuſch. Die Nacht war hell genug, um ihn erkennen zu laſſen, daß das Kind eine außer⸗ ordentlich weiße Geſichtsfarbe habe, daß die Haut des Kindes weicher und zarter war, als gewöhnlich, das belehrte ihm das Gefühl. Er ſchloß daraus, daß das Kind aus ganz beſonders vornehmem Hauſe ſein müſſe.