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wieder von der Piazza del Popolo zu dem venetianiſchen Palaſte hinauf. Man hätte es das Feſt der Irrlichter nennen mögen. Niemand kann ſich eine Vorſtellung von dieſem Anblicke machen, der ihn nicht gehabt hat.
Man denke ſich, daß alle Sterne ſich vom Himmel löſ'ten und ſich auf der Erde in einem unſinnigen Tanz miſchten; das Ganze von Stimmen begleitet, wie nie auf einem andern Theile der Erd⸗ fläche ein menſchliches Ohr ſie vernahm.
In dieſem Augenblicke giebt es keinen Unterſchied der Stände mehr. Der Facchino hängt ſich an den Prinzen, der Prinz an den Tranſteverino, der Tranſteverino an den Bürger. Jeder blaſend, auslöſchend, anzündend. Wenn der alte Aeolus in einem ſolchen Augenblicke erſchiene, würde er zum König der Moccoli, und Aquila zum muthmaßlichen Erben ſeiner Krone ausgerufen werden.
Dieſer tolle, flammende Wettlauf währte ungefähr zwei Stunden; der Corſo war erleuchtet wie am hellen Tage, man unterſchied die Geſichter der Zuſchauer bis in das dritte und das vierte Stockwerk. Alle fünf Minuten zog Albert ſeine Uhr; endlich zeigte ſie auf ſieben Uhr. Die beiden Freunde befanden ſich gerade auf der Via dei Pontifici; Albert ſprang aus dem Wagen, den Moccoletto in der Hand.
Zwei oder drei Masken wollten ſich ihm nähern, um den Moccoletto anzuzünden oder ihm denſelben zu entreißen; aber als geſchickter Boxer ſtieß Albert Jeden, daß er zehn Schritte dahin flog, und ſetzte ſeinen Weg nach der Kirche San⸗Giacomo fort. Die Stufen waren mit Neugierigen und Masken beſetzt, die ſich bemühten, einander die Lichter auszulöſchen oder zu entreißen. Franz verfolgte Albert mit den Augen, und ſah, wie er den Fuß auf die erſte Stufe ſetzte, in demſelben Augenblicke eine Maske in dem be⸗ kannten ländlichen Coſtüm mit dem Strauß, die den Arm ausſtreckte und ihm, ohne daß er dieſes Mal Widerſtand leiſtete, den Moc⸗ coletto entriß.
Franz war zu weit, um die Worte zu hören, die ſie wechſelten, aber gewiß enthielten ſie nichts Feindliches, denn er ſah Albert Arm in Arm mit der Bäuerin ſich entfernen. Eine Strecke folgte er ihnen mit den Augen, aber an der Via Marcello verlor er ſie aus dem Geſichte.


