Teil eines Werkes 
2 (1870)
Entstehung
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282 8 vergaß dem Geber zu danken, und ihm nachſehend ſagte:Das muß irgend ein Nabob ſein, der aus Indien kommt.

Dantes ſetzte ſeinen Weg fort; jeder Schritt, den er that, ver⸗ mehrte ſeine Rührung und die Beklemmung ſeines Herzens; alle jene unauslöſchlichen Erinnerungen aus ſeiner Kindheit, die ſeinem Geiſte ewig gegenwärtig waren, knüpften ſich hier an jeden Platz, an jede Straßenecke, winkten ihm von jedem Kreuzwege zu. Als er an das Ende der Straße Noailles kam und die Alleen von Meillan erblickte, fühlte er ſeine Kniee zittern, und wäre beinahe unter die Räder eines Wagens gerathen. Er erreichte mühſam das Haus, in welchem ſein Vater gewohnt hatte. Die Blumen und Schling⸗ gewächſe waren von dem Manſardenfenſter verſchwunden, an welchem der gute Alte ſie ſonſt ſo ſorgfältig emporrankte. Dantes ſtützte ſich gegen einen Baum und betrachtete lange gedankenvoll die obern Stockwerke dieſes kleinen, ärmlichen Hauſes; endlich näherte er ſich der Thüre, überſchritt die Schwelle, fragte, ob hier keine Wohnung offen ſei, und beſtand darauf, obgleich er hörte, daß ſie bewohnt ſei, die des fünften Stockwerkes zu beſehen, ſo daß der Hausmeiſter mit ihm hinaufſtieg und die beiden Perſonen, die ſie bewohnten, im Namen eines Fremden bat, die zwei Zimmerchen, aus denen ſie beſtand, beſehen zu dürfen.

Die Bewohner dieſes kleinen, beſcheidenen Quartiers waren ein junges, erſt ſeit acht Tagen verheirathetes Ehepaar, bei deren An⸗ blick Dantes einen tiefen, ſchmerzlichen Seufzer ausſtieß. Uebrigens erinnerte ihn hier nichts mehr an die Wohnung ſeines Vaters: die Wände waren anders angeſtrichen; alle die alten Möbel, die Edmond lebhaft vor Augen ſtanden, an die ſich die Erinnerungen ſeiner Kindheit knüpften, waren verſchwunden. Er ſah ſich nach dem Bette um: es ſtand an derſelben Stelle, wo das ſeines Vaters geſtanden hatte; ſeine Augen benetzten ſich unwillkürlich: an dieſer Stelle mußte der Greis geſtorben ſein, umſonſt den Namen ſeines Sohnes rufend. 3

Verwundert ſahen die jungen Leute den ernſten Mann an, über deſſen Wangen zwei große Zähren perlten, ohne daß er eine Miene verzog. Aber die jungen Leute ehrten die Heiligkeit des Schmerzes und thaten keine Frage an ihn, ſondern zogen ſich be⸗ ſcheiden in den Hintergrund des Zimmers zurück, um ihn ungeſtört

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