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bereit war, der geringſten Weiſung zu gehorchen, und Dantes er⸗ klärte bei ſich ſelbſt die Genueſer für die erſten Schiffsbaumeiſter der ganzen Welt. Die Neugierigen verfolgten die Jacht mit den Augen, ſo lange ſie ſichtbar war, um dann ſich in Vermuthungen über das Ziel ihrer Fahrt zu ergießen: Einige ſtimmten für Corſika, Andere für die Inſel Elba; Dieſe wetteten, daß er nach Spanien, Jene, daß er nach Afrika ſegeln werde. An die Inſel Monte⸗Chriſto dachte Keiner.
Und doch war es Monte⸗Chriſto, wohin Dantes ſeinen Lauf richtete. Gegen Ende des zweiten Tages kam er an. Das Schiff war ein trefflicher Schnellſegler und hatte den Weg in fünfund⸗ dreißig Stunden gemacht. Dantes hatte ſich genau mit der Lage der Küſte bekannt gemacht und landete, ſtatt in dem gewöhnlichen Hafen, in der kleinen Bucht. Die Inſel war öde; Niemand ſchien ſeit Dantes Abreiſe dieſelbe betreten zu haben. Er ging zu ſeinem Schatze und fand Alles, wie er es verlaſſen hatte.
Den andern Abend war der ganze unermeßliche Reichthum an Bord der Jacht und in den drei Abtheilungen des geheimen Schrankes verborgen. Er wartete noch acht Tage, während deren er mit ſeiner Jacht die Inſel umſegelte und ſie prüfte, wie ein Stallmeiſter ſein Pferd zureitet. Nach Ablauf dieſer Zeit kannte er alle ihre Vor⸗ züge und ihre Schwächen, und nahm ſich vor, die erſteren zu ver⸗ mehren und den anderen abzuhelfen. Am achten Tage ſah Dantes ein kleines Fahrzeug mit vollen Segeln auf die Inſel zukommen, und erkannte Jacopo's Barke. Er machte ein Signal, dem Jacopo antwortete, und zwei Stunden darauf hatte die Barke die Jacht erreicht.
Er erhielt eine traurige Antwort auf ſeine beiden durch Jacopo angeſtellten Erkundigungen: der alte Dantes war geſtorben; Mercedes war verſchwunden.
Edmond hörte dieſe Nachrichten mit ruhiger Miene an; doch ging er ſogleich an's Land und befahl, daß Niemand ihm folge. Zwei Stunden darauf kam er zurück: zwei Männer von Jacopo's Barke gingen auf die Jacht über, um ihm bei deren Leitung behilf⸗ lich zu ſein, und er ließ dieſelbe die Richtung nach Marſeille nehmen. Er ſelbſt war jetzt zum Arbeiten nicht aufgelegt, er hatte zu


