XXIII.
Die Schmuggler.
Dantes hatte noch keinen Tag an Bord zugebracht, als er ſchon wußte, mit wem er's zu thun hatte. Ohne ein Schüler des Abbé Faria geweſen zu ſein, kannte der würdige Patron der jeune Amélie(dies war der Name der genueſiſchen Tartane) ziemlich alle Sprachen, die um dieſen großen See her, den man das mittel⸗ ländiſche Meer nennt, geſprochen werden, vom Arabiſchen bis zum Provencaliſchen; das verſchaffte ihm, indem es ihn der Nothwendig⸗ keit überhob ſich mit Dollmetſchern, welche meiſt immer langweilige, mitunter unbeſcheidene Perſonen zu ſein pflegen, zu befaſſen, ſehr große Vortheile, indem es ſeinen Verkehr, theils mit den Schiffen auf dem Meere, theils mit den Barken an der Küſte, theils endlich mit den Leuten ohne Namen, Stand und Vaterland, exleichterte, deren es auf den Hafenquais ſo Viele giebt und die von jenen geheimniß⸗ vollen, verſteckten Hilfsquellen leben, die, wie man glauben muß, ihnen unmittelbar von der Vorſehung kommen, da man gar kein ſichtbares Exiſtenzmittel gewahr wird. Der Leſer wird längſt bemerkt haben, daß Dantes am Bord eines Schmugglerſchiffes war. Auch hatte der Patron im Anfange Dantes mit einem gewiſſen Mißtrauen aufgenommen: er war allen Douaniers der Küſte ſehr bekannt, und da zwiſchen ihm und dieſen Herren ein Ueberbieten von Liſt ſtatt⸗
fand, hatte er anfänglich in Dantes einen Emiſſair der Dame
Gabelle*) vermuthet, die dieſes Mittel anwenden wolle, um hinter einige ſeiner Geheimniſſe zu kommen, aber die glänzende Art, wie Dantes die Probe beſtanden, hatte ihn gänzlich von allem Verdachte befreit. Als er den leichten Rauch wie einen Federbuſch um Schloß
*) Steuerbehörde.
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