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Erſtes Capitel.
Nach der Stadt Seebrück führt von der Reſidenz eine bequeme, mit Kirſch- und Aepfelbäumen geſäumte Chauſſee⸗ ſtraße, welche ſich um ſo beſſer erhalten zeigt, als ſie im Ganzen nur wenig befahren wird. Jene Allee war nun mit Blüthenſchnee und roſigen Knöspchen überſchüttet, die Sonne lachte wie ein frohes Götterauge herab, und aus dem grünen Moos des Grabens am Wege ſtreckten ſich rothe und blaue Blumenhäupter empor. Die Erde hatte einmal wieder völlig ihre Auferſtehung gefeiert, und das Pfingſtfeſt war nahe. Zur Rechten lag ein glatter See, von Rohr und Schilf eingefaßt; dort ließen wilde Enten ihr Quaken vernehmen, und zur Linken, im Laubholz der Hügelkette, ſangen die Vögel ihre ſchallenden Lieder.
Auf dieſer Straße wanderte ein Handwerksburſche ver⸗ gnügt ſeines Weges, oft ſtill ſtehend, um ſich die Baum⸗ blüthen zu betrachten, oder um dem Waldgeſange zu lau⸗ ſchen. Er war klein und ſtämmig gewachſen, und ſein fei⸗ ſtes Geſicht hatte die Farbe kirſchrother Geſundheit. Das weißblonde Haar kräuſelte ſich in ſolcher Dicke um ſein Haupt, daß es wie das Haupt eines völlig ergrauten Ne⸗ gers ausſah; halbmondförmig zog ſich ein wo möglich noch
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