Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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Der Heimgang der Verhüllten.

Erſchien Bläſi ſeinem Schwager, mit dem er heimwärts fuhr, als ein Wunder, ſo erſchien ihm die ganze Welt und er ſelber ſich noch mehr als ein ſolches. War's denn möglich, war's nicht ein Traum, daß Erdmuthe wieder da war? Er ſchrak zuſammen als er dieſen Namen in ſich hineindachte als hätte er ſich verrathen, und leiſe vor ſich hin ſagte er:Regele.

Die beiden Frauen gingen barfuß den Weg neben der Straße und trugen ihre Schuhe auf den Rückenbündel geknüpft; Bläſi deutete ſchon von ferne mit der Peitſche nach ihnen und fragte ſeinen Schwager:

Was meinſt, daß mein Vater dazu ſagen wird, daß ich ſie gedingt habe?

Der wird ſich freuen, daß du wieder ſo hellauf biſt und dich auch wieder von ſelbſt um etwas annimmſt und Muth haſt.

Bläſi knallte mit der Peitſche als er an den beiden Frauen vorüber fuhr, die ſtill grüßten, er knallte fort und fort hin und her, das war ja das einzige Freudenzeichen, das er, ihnen allein verſtändlich, kundgeben konnte und Erdmuthe verſtand die innere Muſik, die aus dieſem unmelodiſchen Knallen heraustönte. Sie ging den ſtundenlangen Weg ſtill mit Traudle und nur manch⸗ mal klagte ſie über die Beſchwerlichkeit des Gehens:

Ich bin die halbe Welt ausgewandert, und jetzt iſt als ob mir bei jedem Schritt die Kniee brechen.

Sie hatte heute ſchon zu viel erlebt, um noch bei n Kraft zu ſein. Traudle wollte auf Bläſi ſchelten, daß er ſie nicht mit auf den Wagen genommen, aber ſie mußte auf die Einreden ihrer Begleiterin bald ſchweigen.