Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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bevor wir die jetzt folgenden Ereigniſſe vor unſeren Augen ſehen, das was hier ſchon vorgegangen, zu erkunden trachten. Das eigene Leben der Bäuerin durfte raſch an ihr vorüber⸗ ziehen. Ohne Neigung, aber auch ohne Widerſtreben hatte ſie als reiche Bauerntochter den gleichbegüterten Furchenbauer ge⸗ heirathet. In den bald vierzig Jahren ihrer Ehe hatte ſie es nicht vergeſſen, daß ihr das herbe und ſchroffe Weſen ihres Man⸗ nes viel Herzeleid gemacht, aber ſie hatte ſich daran gewöhnt. Dennoch blieb ſie dem oberländiſchen Weſen noch vielfach fremd. Auf einem großen einſamen Bauernhofe aufgewachſen, kam ſie als Frau wieder in einen ſolchen, ſie kannte wenig von der Welt, aber hier war doch Alles anders; ſie ſtammte aus dem viel mil⸗ dern geſchmeidigern Unterlande, hier oben war Alles wie mit der Holzaxt zugehauen. Daheim auf Siebenhöfen hatte ſie oft bei der Heuet im Thale die Flözer vom Schwarzwalde auf dem Neckar mit einander ſchreien und fluchen hören, daß man meinte, ſie hätten die gräßlichſten Händel und würden beim Zuſammen⸗ treffen einander erwürgen und mit ihren Aexten das Hirn ſpal⸗ ten, und am Ende war's nichts als ein tapferer Zuruf. So ſah ſie auch bald, daß viele Heftigkeiten in Haus und Hof nicht ſo bös gemeint waren, es gehörte eben zu der lauten herrſcheligen Art und Weiſe der Menſchen. So ſehr ſie aber dieß erkannte, blieb ſie doch dieſem Leben fremd, ſie hatte noch immer die Sit⸗ ten ihres väterlichen Hauſes im Sinne und wenn ſpäter ihre eigenen Kinder unbändig waren, ſagte ſie oft:So ſind halt des Furchenbauern.

Dieſes ſtete Rückſchauen nach der Heimath, dieſes Preiſen derſelben als eines allzeit friedſam ſtillen Paradieſes, brachte in der erſten Zeit manches Zerwürfniß zwiſchen den Eheleuten, bis die Bäuerin endlich einſah, daß ihr Mann Recht hatte, wenn er ihr ſagte:Du glaubſt, bei dir daheim hätten ſie alle Gut⸗ herzigkeit in Beſchlag genommen und des Schmalzgrafen hätter das Beßthaupt kriegt. Wenn's drauf ankommt, wirſt ſchon ſehen daß wir auch ein Herz im Leib haben, grad ſo gut wie i

Und das war in der That der Fall.

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