Ab der Landſtraße.
Ab der Landſtraße, die durch das rauſchende Waldthal führt, zieht ſich ein Fahrweg bergan durch den Wald und dann zwiſchen lebendigen Buchenhecken nach einem einſamen Gehöfte, einer ſogenannten Einzechte.
Die Geleiſe auf dem Wege ſind glle gleich, denn hier bewegen ſich nur Wagen von derſelben Sputweite, wer hier auf und ab⸗ zieht, hat mit dem Bauer von der langen Furche zu thun; denn dieſer Weg gehört dem Furchenbauer zu eigen und führt nur zu ihm; wer von da wieder zurück will zu anderen Menſchen, muß auf demſelben Wege wieder umkehren.
So ſtattlich und weit ſich auch Haus und Scheunen dort ausnehmen, die mit ihren grauen Strohdächern faſt felſenartig in's Thal herniederſchauen, ſie haben doch nicht Raum genug für all das reiche Erträgniß des Feldes, denn hüben und drüben in den Feldern ſehen wir die kegelförmig gebauten Garbenhaufen, Feimen genannt, die erſt nach und nach abgedroſchen werden und in den noch herbſtgrünen Bergwieſen ſtehen luftige Scheunen, ſogenannte Stadel, deren Wände und Dach von graugeworde⸗ nen Brettern viel nahrhaftes Heu in ſich bergen.
Dort etwas fern vom Hofe, am Rande des Bergvorſprun⸗ ges jenes kleine aus Holz erbaute Häuschen, das mit einer Thurm⸗ ſpitze geſchmückt iſt, das iſt die Kapelle, die dem Hofe zu eigen gehört. An Sommerabenden oder auch am Sonntage wenn man nicht nach der mehr als eine Stunde entfernten Kirche gehen kann, verſammelt der Hausherr ſeine Kinder und ſein Ingeſinde in dem Käppele(wie der Landesausdruck hier das Wort Kapelle umgewandelt hat) und vor den mit Blumen und Bändern ge⸗


