denn er hatte nicht nur zweimal auf dem eidgenöſſiſchen Freiſchießen den Preis gewonnen, ſondern ſtand über⸗ haupt in vielfachem Verkehr mit dem benachbarten Freiſtaate und war ſelber ein Charakter als wäre er in der Republik aufgewachſen, ſchlicht, derb und unver⸗ bogen bei aller gelehrten Bildung.
Als er jetzt in die äußere Stube trat und ſeine hagere hohe Figur Alle überragte, ging ihm Diethelm zuerſt entgegen und reichte ihm die Hand, worauf faſt alle Anweſenden nacheinander ihm zutranken.
Der Reppenberger kam haſtig, klopfte Diethelm auf die Schulter und ſagte ihm in's Ohr, man rede ſchon überall davon, daß der Diethelm einkaufen wolle und juſt heute ließe ſich ein gutes Geſchäft machen, der Krebsſteinbauer da hinten aus dem Lenninger Thal, der dort an der Ecke ſitze, den müſſe man zuerſt ein⸗ fangen, er mache die andern kopfſcheu und ſprenge aus, der Diethelm thäte nur ſo als wenn er einkaufen wolle, der habe gewiß ſchon verkauft und ſtecke mit den Händlern unter Einer Decke, und man könne überhaupt nicht wiſſen was der vorhabe; der Steinbauer werde aber ſchon einen geringeren Preis angeben als man ihm abgekauft habe, wenn er nur baar Geld kriege, dafür wolle er ſchon als Unterhändler ſorgen.
Diethelm ſah dem Reppenberger ſteif in's Geſicht, als müßte er herausgraben, was er von ihm denke, ſchnell ſagte er aber ganz laut:
„Es iſt nur Spaß, daß ich einkaufen will, das Futter iſt klein und ich brauch Geld, ich hab's nicht in Säcken ſtehen wie ihr meint.“


