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richt ete ſie neu her. Beſonders aber war er auf die abgetra⸗ genen rothen Frackröcke der Hofbedienten aus, wozu ihm Anſchel verhalf, der aus den Lieferantenzeiten her hohe Bekanntſchaften hatte. Die Livreeröcke wurden dann zer⸗ ſchnitten und rothe Bauernweſten daraus gemacht, die im Schwarzwalde noch überall getragen werden. Auch Unifor⸗ men der Offiziere wurden gekauft, und aus dem rothen Unterfutter des Wehrſtandes Kleider für den Nährſtand gemacht.
Man ſagt aber, der Anſchel habe faſt allen Profit an ſich zu ziehen und ſich noch ein Nebenverdienſtchen bei den hohen Verkäufern zu machen gewußt.
Von der Zeit an, als Balthes aus der Mode gekom⸗ men und Ebbe im Hauſe eingetreten war, gaben ſich die beiden Eheleute kein gutes Wort mehr. Dem Balthes ward, wie man ſagt, der Löffel aus der Hand genommen, ehe er genug gegeſſen hatte. Er war über nichts mehr Meiſter, er durfte am Sonntag nicht einmal ein Stück Speck zerſchneiden und hieß doch der Schneidermeiſter. Wo er ſtand oder ſaß, war er ſeiner Frau zu viel, ſie hatte voll— kommen das Heft in Händen, denn ſie verreiste jeden Herbſt, und nach ihrer Zurückkunft war immer wieder Alles flott im Hauſe.
Die Kinder hielten natürlich zur Mutter, denn Balthes war auch mehr in fremden Häuſern, als in dem ſeinigen.
Er kam faſt nur zum Eſſen und Schlafen. Jenes ward ihm mit tüchtigen Reden gut geſalzen, und dieſes durch einen
wohlgeſetzten Abendſegen verſüßt.
Ereszenz blickte nun ihren Vater verächtlich an. Da trat der Geometer ein, Vater und Mutter machten freund⸗ liche Geſichter und thaten, als ob ſie die Liebe ſelber wären; nur Creszenz ſah betrübt aus, ihre Lippen zitterten.
„Gang, mach, Creszenz, zieh dich hurtig an,“ ſagte die Mutter.„Herr Geometer, wollen Sie's heut Mittag mit uns halten? das thät mich recht freuen. Es iſt eben


