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durch meine Theorie verdorben, meint Ihr. Edgar, reichen Sie mir noch Ihre zwei erübrigten Flaſchen Rüdesheimer herüber, ſie ſind gut als Würze, der Champagner gibt doch nur die Baſis.“
„Ha, es iſt lange“, geſtand Seibold, der mit den Fingern ſchon einen Marſch zu trommeln begann, „es iſt lange her, daß ich mich ſolchen Göttertrankes erfreute. Wir wollen uns Begeiſterung daraus holen, Compagnon.“ Er nickte Edgar bedeutſam zu.
„Begeiſterung?“ warf der Graf, ohne ſeine Thä⸗ tigkeit einzuſtellen, hin.„Im Sinne Plato's als Manie aufgefaßt, deren höchſte die Liebe, deren niedrigſte die— Muſik iſt.“
„Plato war ein Narr!“ brummte Seibold ärgerlich.
„Bravo! Auch meine Meinung!“ applaudirte Edgar.
Der Graf nickte lachend.
„Alſo Begeiſterung nach meiner Definition. Eine Larve, nichts weiter, für geiſtige Trunkenheit.“
„Was? Keine Begeiſterung?“ fuhr Seibold, ſeinen Marſch plötzlich unterbrechend, auf. Selbſt der herr⸗ liche Duft, der ſeine Naſe umſchmeichelte, vermochte ſeine Entrüſtung nicht zu dämpfen.„Aber ohne Be⸗ geiſterung kein Kunſtwerk und eins iſt mit dem andern geleugnet.“
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