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Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
Entstehung
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ihrigen, daß ſie ſoziemlich gut ſind, d. he nicht gut genug für den Himmel.

Ich bin dieſen Abend allein; Ernſt hat den Landes⸗ hauptmann beſucht; es iſt heute mein Geburtstag und ich habe es Niemand geſagt, weil ich dieſen Tag am liebſten in einem ſtillen Schmauſe mit meinen eigenen Gedanken feire.

Wie in dieſem Augenblicke die entflohenen Jahre vor meinen Blicken zurückrollen! Ich ſehe mich wieder in meiner Eltern Hauſe, dieſer guten, fröhlichen, geliebten Heimath. Ich ſehe mich wieder an deiner Seite, meine einzige, geliebte Schweſter, in dem ſchönen, ſtattlichen Hauſe, mit den Wieſen und Dörfern rings umher; wir ſahen auf ſie hinab aus den hohen Fenſtern, freuten uns aber, daß die Sonne ſo gut in die niedrigen Hütten ſtrahlte, wie in unſere große Säle; Alles ſchien uns ſo wohl beſtellt.

Damals war das Leben freudig für uns, Cäcilie, und ſo ſorgenfrei! Wie wir weinten überles voeux- méraires und über Feodor und Marie; Das waren unſte Sorgen. Unſer Leben war Geſang, Tanz und Spiel mit der Maſſe der fröhlichen Nachbarn; mit den Gebildeten unter ihnen ſchwärmten wir für Mufik und Lite⸗ ratur. Wir glaubten uns tugendhaft, wenn wir diejenigen liebten, die uns liebten und von unſerem Ueberfluſſe den Bedürftigen um uns her mittheilten. Freundſchaft war unſre Leidenſchaft; für Freundſchaft hätten wir ſterben mögen, aber die Liebe ſollte uns von Stein finden. Wie wir ſcherzten über unſre Liebhaber und wie luſtig wir es fanden, die Rolle ſtrenger Romanheldinnen zu ſpielen! Wie unbarmherzig wir waren und wie leicht unſre Liebhaber ſich darüber tröſteten! Da kam Ernſt Frank auf Beſuch zu uns. Der Ruf eines kenntnißreichen und kraftvollen Mannes gieng ihm voraus und lenkte unſte Angen auf ihn; denn man mag ſagen, was man will, die Frauenzimmer lieben einmal das an den Männern. Erinnerſt du dich noch, wie er uns beſchäftigte? Wie