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Das Haus des Rabbi blieb verlaſſen, denn Je⸗ der ſcheuete ſich darinn zu wohnen. Fenſter und Thü⸗ ren wurden nach und nach zerſchlagen, das dünne Gemäuer fiel ab, die Wände vermorſchten. Spinnen zogen oben ihr Gewebe, und unten wucherte Unkraut hervor, in welchem Eidechſen umherraſchelnd, ihr Spiel trieben. Der Fluch des Rabbi ſollte ganz in Erfüllung gehen, denn auch das Gras wuchs vor ſeiner Thüre.
Anfangs nach jener traurigen Begebenheit ſah man freilich oft eine irrſinnige Frauengeſtalt durch die öden Räume ſchleichen, in denen ſie einſt ſchön und ſtolz, der Abgott ihrer Eltern gelebt hatte, allein auch dieſe zeitliche Bewohnerin blieb aus, man fand ſie todt auf dem Beß Chajim*).
Viele Jahre ſpäter,— als von der damaligen Generation längſt ſchon keine Spur mehr vorhanden war— ſpielten noch immer die Judenknaben von Alt⸗Ofen auf dem Platze, wo einſt das Haus des Rabbi geſtanden hatte, und wenn ſie vom Spiele er⸗
*) Friebhof.


