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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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7 welche die ritterlichen Behauſungen oder die Gehöfte und Weiler ihrer Vaſallen miteinander verbanden; aber häufiger als dieſe waren die Fährten des Wil⸗ des zu treffen, welches dieſe Deden durchſtrich, und trotz der fleißigen Hatzen doch in zahlreicher Menge vorhanden war.

Am Fuße eines Felſenabhanges ſtand eine ein⸗ ſame Klauſe; ſie ſchien erſt ſeit einiger Zeit erbaut, und der Bewohner derſelben, ein Greis, war unter dem Namen des Vater Thomas bald in den Schlöſ⸗ ſern, Märkten und Hütten hinlänglich bekannt. Der Siedler hatte einen der ſchönſten Punkte zu ſeinem Aufenthalte gewählt; unweit davon befand ſich der vielbenützte Weg von Würflach nach Puchberg, Erſteres dazumahl durch ſeinen trefflichen Weinbau berühmt, Letzteres, das Stammſchloß weitbekannter Herrn, mit einem gleichnamigen Markte. Ein kri⸗ ſtallheller Bach quoll an der einſamen Behauſung vorüber, die Schatten von friſchgrünen Tannen ſpiel⸗ ten in dem klaren Gewäſſer, und das ſchönſte Moos zog ſich wie dunkelgrüner Sammet den größten Theil des Felſens hinan. Die Klauſe beſtand aus über⸗ einander gelegten Holzſtämmen, die ganz roh mit Thonerde verkittet waren; das Dach von Rohr und Schilf, feſt verbunden mit wilden Weinreben, fußte luftig auf der Siedlerwohnung. Ein Glück für dieſe