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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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1.

Warf den Spaten in die Scheune, Stellt' die Facke auf die Seite; Läßt ſein Haus und Felv alleine, Wandert forſchend in die Weite⸗ Will nicht in der Erde wühlen, Will nicht pflügen und nicht ſüen; Um des gerzens Gluth zu kühlen Will er nach dem Liebchen ſpähen!

Voppelt ſüß iſt der junge Morgen, wenn er auf⸗ geht über eine wilde, einſame Gegend; wenn er ſeine leichten Blicke ſendet in die geheimſten Falten der Wän⸗ de und Klüfte; wenn er ſelbſt dort es Tag werden läßt, wo die Natur eine ewige Nacht vorzuziehen ſchien; ja gewiß doppelt ſüß iſt der junge Morgen, wenn er mit den Schauern der Nacht, zugleich auch die Schauer des Ortes verſcheucht, und die düſte⸗ ren Maſſen verklärt, ſo wie das Lächeln die finſteren Züge eines Grämlings, oder eines mürriſchen, hoch⸗ aufſtrebenden Gemüthes. Wer je ſchon eine Nacht unter offenem Himmel, in einer felſigen, zerklüfteten Gegend zugebracht, wo die Maſſen wie ſchwarze Mauern umherſtarren, wo Trümmer und Felszacken 1