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entdecken. Dem guten Mann hat neulich der Wein aus Deinem Keller ſehr gut gemundet, und er möchte nun mit Dir gern einen Kauf über ein Fünf⸗ oder Zehneimer⸗Faß abſchließen; jedoch darfſt Du Deine Waare nicht zu hoch anſetzen, denn er will das Ge⸗ tränk billig geben und verpflichtet ſich: daſſelbe nicht zu verfälſchen, weder mit ſchlechterem Blut, noch mit Gänſetrank; mit einem Wort: ihn ſo zu ſchenken, wie er ihn von Dir erhält!
Alle lachten über Kajetan's Verlegenheit, und über ſeine Geſichter, welche er ſchnitt. Der Kaiſer, wohl⸗ gelaunt, rief: Wohlan! Wir wollen es verſuchen. Der Schankherr ſoll fünfzig Eimer von Anno Zwölf haben; Wir wollen ſehen, ob es in der Wiener Stadt, außer Uns, noch einen Mann gibt, der es über's Herz bringt, ſeinen Gäſten reinen Wein zu ſchenken!! Und nun Gott befohlen! Ihr, mein junger Freiherr! gehabt Euch wohl; ſo oft Ihr zu Uns kommt, ſollt Ihr Uns willkommen ſein! Wir wollen Euch nie ver⸗ geſſen, und an dem gewiſſen Zeichen ſtets Unſeren Getreuen, Unſeren Siegfried von Irch erkennen!
Als Siegfried und Kajetan wieder in das Vorgemach traten, fanden ſie Duna in demſelben. Heiliger Barnabas! rief Zwickler— was wollt Ihr da? wollt Ihr vielleicht auch zum Kaiſer? Bleib lieber da, denn er weiß vom Slivenza, von den rothen


