Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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Gewölbe herabhangenden Spinnengewebes gefangen hatte. Das geſchäftige Inſekt, durch die Ruhe im Saale nicht geſtört, lief auf dem unſichtbaren Seile einige Male auf und ab. Seht dieſes Thierlein, meine Brüder, deucht es Euch nicht, als ob es in der Luft auf und abſchwebe? und doch iſt ein Faden da, der es ſtützt, aber wir ſehen ihn nicht. Weiter oben iſt das Gewebe, die Spinne fleucht hinauf, eine Fliege kommt achtungslos herbei, die Feindinn lauert jetzt, jetzt fährt ſie auf das Opfer los und zieht es in ihr Netz, die Fliege iſt verloren! Er ſchwieg, um Athem zu holen, und fragte dann kalt: Habt Ihr mich verſtanden, meine Brüder?

Ich glaube, ja! erwiederte der Greiſe Ihr ge⸗ denkt doch aber nicht

Ja! ich gedenke: den Feind in unſere Nähe locken zu laſſen, ihn mit einem Netze zu umweben, und unſern Arm bis in ſeine geheimſten Angelegenheiten reichen zu laſſen. Es iſt beſchloſſen: Lorenzo! Ihr werdet Morgen mit einem Schreiben an die Republik abgehen; fertiget es aus, Andrea! wandte er ſich zu dem Skribenten ich werde es heute Abend unterzeichnen; die näheren Verhaltungen wollen wir mündlich beſprechen. Jetzt zu etwas Anderem. Sind die Proben mit den beiden Burſchen fortgeſetzt worden?

Noch nicht entgegnete der Greiſe, welcher ſeinem