Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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ſchied zu nehmen, noch einmal durch den Einſchnitt zwiſchen zwei Kuppen herüberſprang und in den Fen⸗ ſtern des Schloſſes die prachtvollſte Freudenbeleuchtung entflammte, als gelte es ein Feſt zu feiern und die Ankunft hochgehaltener Gäſte.

Zur Zeit war aber nur einer im Schloſſe, und der ſaß hinter einem jener lichtſpiegelnden Fenſter, das nach dem Ort und der Straße herab ſah, einer ält⸗ lichen wohlbeleibten Dame gegenüber, aus deren Zügen Freundlichkeit und Gutmüthigkeit, vor Allem aber eine durch die Jahre kaum gemilderte Lebensluſt ſprachen.

Sie haben ſich, lieber Inderau... ſagte die Dame, die ſich bequem in ihren Fauteuil zurücklehnte und ihr Gegenüber wohlgefällig muſterte, in ein wenig barſchem, aber wohlwollendem Tone...Sie haben ſich in der Zeit laß ſehen, es muß ſchon einige Jährchen her ſein, zwei nein drei doch gleich⸗ viel! Sie haben ſich doch verändert und, wie ich geſtehen muß, nach meinem Geſchmacke, nicht zu Ihrem Vortheil. Ich weiß nicht, macht's die Majorswürde, ſind es die Feldzugsſtrapazen oder iſt's der abſcheu⸗ liche Ernſt. Ich begreife gar nicht, wie man das Le⸗ ben ſo ernſt nehmen kann. Sehen Sie mein Haar an. Sie haben an den Schläfen ſchon mehr graue Fäden als ich, und ich kann ein Stück Geſchichte erzählen.