Teil eines Werkes 
5. Bd. (1871)
Entstehung
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fürchte, Dein Herz hat die alte nomadiſirende Ge⸗ wohnheit noch nicht ganz abgelegt.

Als Streicher den Blick voll liebreizender Schel⸗ merei ſah, der den Seufzer begleitete, wußte er, daß es zwiſchen dieſen beiden Menſchen kein Geheimniß gebe. Das freie Auge ſeines Freundes verrieth nichts von verletzter Eitelkeit, nur wiedergefundene Ruhe, das frohe Aufathmen einer entlaſteten Seele glänzte darin. Und ohne auf Streicher's Anweſenheit in die⸗ ſem Moment Rückſicht zu nehmen, wo die gewaltige Bewegung ſeines Innern nach einem Ausdruck rang, umfaßte Gerhard ſein geliebtes Weib, zog es an ſich

und drückte einen langen, langen Kuß auf die reine, goldumrahmte Stirn.

Mein Herz iſt Dein, Lizzie, ganz und gar, klang ſein halberſticktes Jauchzen.Ich bin in der Heimat, für immer!

Sie aber lehnte das Köpfchen zurück. In ihrem Auge glänzte eine zerdrückte Thräne, um ihren Mund ſpielte ein wunderholdes Lächeln. Unſaglich innig blickte ſie ihn an und leiſe, ſo leiſe, daß nur das Ohr des Gatten es vernahm, lispelte ſie:

Wir ließen Dich auch nimmer fort!

Ende.

Druck von Richard Schmidt in Reudnitz⸗Leipzig