Teil eines Werkes 
1. Bd. (1876)
Entstehung
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Haus. Seine Tochter iſt Wirthſchafterin bei Herrn Knopp

Die braucht Alles für ihren Putz, fiel Frau Schwemmerich ein.Und wie hochmüthig ſie iſt! Kaum daß ſie mir eine Antwort gibt, wenn ſie ja einmal kommt. Aber Hochmuth kommt vor dem Fall. Wird ihr gerade ſo gehen wie ihrer Schweſter. Zuerſt lu⸗ ſtig und vornehm und oben hinaus und zuletzt verlaſ⸗ ſen und verkommen, und der arme verwaiſte Wurm, um den ſich Niemand bekümmert, bleibt ſchließlich dem alten kranken Mann auf dem Halſe. Dal erziehen ſie die kleine Anna nicht wieder zum ſelben Metier? Tän⸗ zerin! Du lieber Himmel Tänzerin! Dabei zeigte ſie auf ein ſchönes braunlockiges Mädchen, das vor einer ſtaunenden Kinderſchaar in einer Ecke des Hofes prah⸗ leriſch ihre neu einſtudirten Pas producirte.

Na, das Ding noch zu ernähren, und der Alte war obendrein krank und iſt mir die letzte Halbjahrmiethe ſchuldig, fuhr Herr Schwemmerich fort.Da habe ich gedacht, er ſoll ſie mir abverdienen an dem Neu⸗ bau. Aber nichts von Tagelohn, das Material habe ich beigeſtellt, die Arbeit hatte er in Accord, und ſo bin ich bei Heller und Pfennig bezahlt.

Das heißt, Du haſt ihm hinterdrein ebenſoviel geſchenkt, als die Miethe betrug.