Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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fährt, daß viele dieſer hochromantiſchen Ereigniſſe dem Leben ent⸗ nommen ſind. Ueberdies hat der Verfaſſer die Thatſachen nicht loſe verknüpft, ſondern künſtleriſch derart gruppirt, daß in und an ihnen die Charaktere der handelnden Perſonen ſich folgerecht entwickeln und ihre Herzensangelegenheiten den Leſer ebenſo ſehr intereſſiren wie ihre außergewöhnlichen äußern Schickſale. Der Roman iſt farbenreich und eigenthümlich, wie das Land, in dem er ſpielt.

Dem ſchließt ſich ein dreibändiger Roman von Lueian Herbert an, deſſen Titel vorerſt noch Geheimniß iſt und in welchem der be⸗ kannte Verfaſſer der hiſtoriſch⸗biographiſchen RomaneLouis Na⸗ poleon,Napoleon III.Carlo Alberto u. ſ. w. ei⸗ nen Gegenſtand behandeln wird, mit dem ſich die ganze gebildete Welt beſchäftigt.

Dann folgt:

Aus dem Ceben eines Zunggeſellen.

Komiſcher Roman in zwei Bänden von

Karl von Keſſel.

Der Verfaſſer, welcher zu den beliebteſten deutſchen belletriſti⸗

ſchen Schriftſtellern gehört, hat auch im gegenwärtigen Werke ſein Talent nicht verleugnet. Darf einerſeits ſchon die fließende, jede ſchlep⸗ pende Form vermeidende Schreibart, welche dem Werke durchgängig eigen iſt, als eine gute Empfehlung für dasſelbe gelten, ſo iſt ande⸗ rerſeits auch die Gedankenfriſche und der geſunde Humor, welcher darin herrſcht, ganz dazu geeignet, das Intereſſe des Leſers dem Buche zu⸗ zuwenden. Der Autor hat ſich in ſeiner Arbeit inſofern den beſſern engliſchen Schriftſtellern angeſchloſſen, als er, wie dieſe, die Ereigniſſe, welche er ſchildert, und die Perſonen, die er vorführt, aus dem wirk⸗ lichen Leben herausgreift, wodurch es ihm natürlich möglich wird, ſei⸗ nen Schilderungen einen um ſo größern Reiz der Wahrheit und Treue u verleihen und die Charaktere, mit denen er den Leſer bekannt macht, in ihrer vollen Originalität, im Gewande einer anziehenden Komik, welche gegen Albernheiten und Verkehrtheiteu ohne Scheu die Geißel ſchwingt, darzuſtellen. Dabei hat der Herr Verfaſſer aber auch darauf Bedacht genommen, dem tiefern Gefühl des Leſers in geeigne⸗ ter Weiſe Rechnung zu tragen und den Ernſt und die edlern Empfin⸗ dungen des Herzens da walten zu laſſen, wo die Situation ſolches erfordert.