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Dieſen hervorragenden Platz in der deutſchen Unterhal⸗ tungsliteratur dem Unternehmen zu erhalten, iſt die beſtändige Sorge der gegenwärtigen Verlagshandlung. Dieſelbe iſt unausgeſetzt darauf bedacht, das„Album“ zu einem ſtattlich dahinziehenden Unterhaltungsſtrome zu machen, in welchem ſich ganze Zeiten und Völker mit dem Zarteſten und Herrlichſten zu⸗ gleich, was ſie beſitzen, anmuthig widerſpiegeln. Erſcheinungen der Geſchichte ſowohl wie freien Erfindungen dichteriſcher Ge⸗ ſtaltungskraft iſt Spielraum darin geboten, ſobald nur das, was uns allen heilig iſt, die Familie und Sitte, nicht davon betroffen wird. Hierüber wird der Herausgeber des„Album“ vorſichtig wachen und einen beſondern Stolz darin ſuchen, das Unterneh⸗ men zu den Hütern deutſcher Häuslichkeit gerechnet zu ſehen.
Für eine angenehme Abwechſelung in der Lectüre wird ſtete Sorge getragen werden, und ſoll der Familienroman wie der hiſtoriſche, der heitere wie der ernſte gleiche Berückſichtigung finden. Dem Leben gebührt im Romane vor allem das meiſte Recht. Seinen Verwickelungen, ſeinen Conflicten nach allen Richtungen hin Rechnung zu tragen, wird das„Album“ bei der Auswahl der Werke, welche es bringt, keinen Anſtand neh⸗ men, dabei aber niemals die auch hier gezogenen Grenzen aus dem Auge verlieren.
Der Scandal⸗ und Enthüllungsliteratur wird die Ver⸗ lagshandlung zum mindeſten niemals Vorſchub leiſten. Die Er⸗ ſcheinungen im„Album“ ſollen die tauſend Verirrungen, Schwä⸗ chen, Fehler und Laſter des menſchlichen Herzens und der menſch⸗ lichen Geſellſchaft wohl ſchildern, aber nicht um dem Publicum darin eine eigene Art von Reiz, eine gewiſſe kitzelnde und prickelnde Genugthuung zu verſchaffen, ſondern um damit den Gemüthern und den ſocialen Verirrungen der Gegenwart ein mahnendes Spiegelbild entgegenzuhalten.
Das„Album“ iſt, wie man aus dieſen Andeutungen er⸗ ſehen wird, kein bunter und zufälliger Zuſammenfluß von er⸗ zählenden Werken, ſondern es iſt, wenn uns dies zu ſagen er⸗


