Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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heiten, die ich unter Gottes Beiſtand erkannt habe, ver⸗ ſchweigen und vorenthalten wollte. Die Weisheit der Chaldäer iſt eitel Thorheit! Daran kann Niemand zwei⸗ feln, ſeit der große Copernieus den Bewohnern der Erde den Blick in die Regelmäßigkeit des Wandels der ewi gen Sterne eröffnete; ich am wenigſten, denn Gott hat mich begnadigt, die Bahnen derſelben genau zu erfor ſchen. Wohl wäre es mir möglich, aus feiger Furcht Ew. Gnaden zu verſchweigen, was ich weiß, und Dero Wün⸗ ſchen zu ſchmeicheln durch Anwendung der Regeln jener thörichten Kunſt, durch welche ich mir ſchon einmal Eure Gnade erworben. Damals war ich ein Jüngling; ich bin mir mein Leben lang dieſes Fehlers mit ſchwerem Her⸗ zen bewußt geweſen. Jetzt bin ich ein Mann und will dem Greiſenalter, dem Tode, der in jedem Moment über mich kommen kann, nicht mit der niederdrückenden Ueber zeugung entgegentreten, daſſelbe große Unrecht wieder⸗ holt zu haben.

So hatte ich mich denn getäuſcht, entgegnete der Herzog, unruhig im Zimmer auf und abſchreitend,wenn ich hoffte, in Euch einen Helfer und Gefährten zu finden bei meinem großen Plane, Deutſchland den Frieden und allen Parteien Freiheit des Glaubens zu geben!

Gott ſegne Ew. Gnaden großes Herz, ſagte Kepler mit leuchtendem Blick.Gebietet über alle meine Kräfte,