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nutzen gewußt, wobei die religiöſen Zwiſtigkeiten im Lande ihm weſentlich gedient hatten.
Hätte Rudolf ſich mit Ernſt beſtrebt, die Parteien in ſeinem Lande Ju verſöhnen, und den Proteſtanten freie Religionsübung neben den Katholiken gegeben, die Rechte beider gegen Uebergriffe beſchützend, er hätte alle dieſe Demüthigungen, denen er keinen Widerſtand leiſten konnte, nicht erlebt, denn er beſaß Eigenſchaften, die ihn ſeinem Volke theuer machten und ſeinen Namen ehrenvoll auf die Nachwelt gebracht haben. Er war der Beſchützer der Wiſſenſchaften, die nach langer Er⸗ ſtarrung in ſeinem Zeitalter ihre Fittige wieder zu regen be⸗ gannen. Er war großmüthig und gütig und ſein größtes Verdienſt um die Mit. und Nachwelt jedenfalls der Schutz, den er Kepler gab, der, in ſeinem Vaterland und von ſeinen Glaubensgenoſſen angefochten und ver⸗ ketzert, bei ihm, dem katholiſchen Fürſten, Duldung, Brod und Anerkennung fand, ſelbſt da noch, als der entthronte König von Böhmen, der aber immer noch die eiſerne Krone des deutſchen Reichs trug, ſich nach Wien begab und zuvor noch feſtſetzte, daß Johannes Kepler bis zur Beendigung ſeiner großen Arbeit, der Regulirung der Pruteniſchen Tafeln, als Mathematiker des deutſchen Reichs zu betrachten ſei und als ſolcher ſeinen Gehalt nebſt allen Rückſtänden zu empfangen habe.


