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ſondern eine halbe Sehnſucht zu hegen dahin zurückzu⸗ verſinken. Blühende Rankengewächſe warfen ſich bis in die Gipfel der Bäume empor und fielen dann hinab, um ſich wieder in die Wogen des Fluſſes zu tauchen. Aus dieſen Maſſen von Grün, die Mauern, Säulenhallen, Pyramiden und die phantaſtiſchſten, maſſiven Geſtalten bildeten, blickte zuweilen ein Katalpa⸗Baum in ei⸗ ner Flamme weißgelber Blumen hervor; dunkelgrüne, ernſte Magnolien trugen ihre ſchneeweißen Blumen gegen das Licht, ſchön und zart wie dieſes. Sykomoren, Ambrabäume, Tulpenbäume mit zierlich gelb und roth geſprenkelten Blumen, Maulbeerbäume, alle Arten von Eichen, Ulmen und Weiden bemerkte ich im Vorbeifah⸗ ren, und am höchſten über alle ragte die Cypreſſe em⸗ por mit langen, hängenden Mooſen, gleich Patriarchen ihre kräftigen Arme über die niedrigen Pflanzenfamilien ausbreitend. Keine Menſchenwohnungen zeigten ſich auf dieſen Ufern, keine Spnr von menſchlicher Thätigkeit. Auch das thieriſche Leben ließ nichts von ſich ſehen und hören, und obſchon Alligatoren(Amerikas Kroko⸗ dile) ſchaarenweiſe im Savannahfluß vorhanden ſein ſollen, ſo ſah ich doch keinen einzigen, kein Vogel ſang, Alles war ſchweigſam und ſtill, auch der Wind. Es war eine Ewigkeit voll von phantaſtiſcher Schönheit und juſt jetzt in der Blüthe ihrer Farbenpracht. Nur an einem einzigen Ort ſah ich auf den kahlen Zweigen einer abgeſtorbenen Föhre zwei große Raubvögel ſitzen, welche daran erinnerten, daß der Tod in die Welt ge⸗ kommen war.
So ging die Fahrt in einem Hochdruckbvot, dem Oregon, mit zwei ſchnaubenden Kaminen den Fluß hin⸗ auf, Meile um Meile, Stunde um Stunde, während Morgen und Abend, Sonne und Mond in die Wette bemüht ſchienen, das Schauſpiel zu verſchönen. Und ich ſang in meiner Seele, wie ehedem Georgias älteſte Coloniſten ſangen:„Wie ſchön iſt die Schöpfung, wie


