Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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ſagten, und als ich ſeibſt jung war, freute mich das. Es klang ſo mütterlich gütig. Und ſo war es auch den jungen Mädchen hier zu Muthe. Lächelnd und erröthend küßten ſie Frau Cäciliens weiße Hand, die ihre roſigen Wangen ſanft ſtreichelte. Sie waren offenbar entzuckt über die alte Dame.

Das Mittagsmahl war, wie alle großen Mittageſſen, koſtbarer und reichlicher, als nöthig geweſen wäre. Der Oberſt hatte alle möglichen Gelegenheiten, ſeinen ſchreck⸗ lichen Mißgriff einzuſehen und die Bosheit der Welt zu beſeufzen. Frau Cäcilie ſaß zwiſchen den zwei vor⸗ nehmſten Gäſten, einem Landrichter und einem Gutsbe⸗ ſitzer, zwei achtungswerthen dicken Herren. Adolph als Wirth ſaß ihr gegenüber, zwiſchen Jda und einer ach⸗ tungswerthen dicken Dame. Man aß, man tranf, man ſprach. Die Flaſchen, welche Adolph fleißig kreiſen machte, lösten die Zungenbänder. Aber auf einmal kam die Politik in's Spiel, und nun begann Sturm und Streit. Frau Cäcilie machte ihm jedoch ein Ende, brachte einen Toaſt auf den Frieden, auch auf den Tiſch⸗ frieden aus, und ſo legte ſich der Hader, brummte jedoch noch immer leiſe fort und war jeden Augenblick bereit von Neuem loszubrechen. Als vollends Capitän Rapp einen Reichstagsgegenſtand zur Sprache brachte, welcher den Zankapfel für die verſchiedenen Parteien bildete, da brach der Streit von Neuem mit ſo entſetzlicher Heftig⸗ keit aus, daß er ſich nicht mehr in Gutem beilegen ließ. Capitän Rapp wurde hitzig und ſchrie, auch der Oberſt ſchrie, am allerärgſten aber ſchrie der ſanfte Bruder, der bloß noch davon ſprach, daß man das Volk hängen und köpfen müſſe, und ſich heſonders auch mit Schlägen ſehr freigebig gegen ſeine Mitmenſchen erwies. Theodor brauste mit dem ganzen Grimm eines Philanthropen ge⸗ gen ihn auf und vertheidigte die Sache der Menſchlich⸗ keit; Alle ſchrieen zugleich, Keiner wollte mehr auf den Andern hören, und der ſanfte Bruder und Capitän Rapp wurden Hauptfeinde. Auch die Damen waren aufgeregt; doch ſuchten ſie die Kämpfenden zu beruhigen, fanden

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