156 Schore gekauft, und hat müſſen herumfahren auf die Märkte, und hat ſich müſſen plagen, wie er es nicht gewohnt war; wie ſchwer es ihm daher angekommen iſt, kann ſich jeder Menſch leicht vorſtellen.
Noßele hat dieß mit ſchwerem Herzen eingeſehen. Da ſagte er einmal zu Fradl:„Weißt du was, mein Kind, wir wollen meinem Bruder ein wenig unter die Händ greifens du ſiehſt, daß er ſich ſehr ſchwer ernährt, wir wollen ſeine zwei älteſten Knaben zu uns in die Lehr nehmen. Er hat nebbech viel Kinder, wir aber haben keins, daher iſt es unſere Pflicht, ihm dieſen An⸗ trag zu machen.“
Fradl willigte ein, der alte Reb Ha ſch wurde ins Mittel gezogen, und wie Schmule von ſeinem Vater dieſe Nachricht bekam, iſt er zu ſeinem Bruder geloffen, iſt ihm um den Hals gefallen, und hat geſagt: „Mein lieber Bruder, ich habe groß gefehlt, daß ich dich und deine Profeſſion gering geachtet, und mich dei⸗ ner geſchämt habe. Die Strafe iſt aber nicht ausgeblie⸗ ben, ich bin ein armer Mann geworden, und Schem Jisborach hat mir nun gezeigt, daß es beſſer iſt, die Zukunft ſeiner Hände Arbeit anzuvertrauen, als ſie auf ſchwankende Spekulationen zu ſtützen, die den Menſchen heute ſteinreich und morgen bettelarm machen. Verzeihe mir die Kränkung und ſei wieder mein lieber Bruder; damit du aber ſiehſt, daß meine Rede aus wahrem Her⸗ zen kommt, ſo gelobe ich dir in dieſer Stunde, daß kein


