Teil eines Werkes 
1. Th. (1835)
Entstehung
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XI

ſeiner Kinder und Angehoͤrigen, als dieblutige Koͤni⸗ gin Maria ſich dem Koͤnige Philipp II. von Spanien und dem heiligen Vater an die Seite ſtellte. Große dramatiſche Kraft iſt in der Anlage und Durchfuͤhrung der Charaktere entfaltet; der Styl iſt glänzend, die Ver⸗ wickelung ſteigert die Spannung bis unmittelbar zum Schluſſe ſelbſt. Die hiſtoriſchen Ueberlieferungen und alterthuͤmlichen Ueberbleibſeln entlehnten Einzelheiten ſind mit maͤchtiger Wirkung benutzt und enthalten nicht die geringſte Uebertreibung Morning Journal.

Dies Werk enthaͤlt mehrere unmittelbar der Natur abgelauſchte Zuͤge, welche den ſchoͤnſten Erzeug⸗ niſſen der Poeſie an die Seite geſtellt zu werden ver⸗ dienen. Wir erinnern nur an das Verhalten der prote⸗ ſtantiſchen Opfer auf dem Richtplatze, an die ſo herrlich gezeichnete Dorfwahrſagerin, an den mit zum Flammen⸗ tode verurtheilte alten Diener und den blinden Knaben; die ſchoͤne Einfachheit in ihren Antworten auf die Fra⸗ gen des Richters, ob irgend Etwas fuͤr ſie geſchehen koͤnne, iſt wahrhaft ergreifend. Das groͤßte Verdienſt der Verfaſſerin iſt ſtrenge Zeichnung der Charaktere, die ſie mit gleichſam anatomiſcher Feinheit auseinanderlegt. Ganz vorzuglich gelingen ihr Schilderungen aus dem Volksleben. Der alte Abel und ſein Hund, Gammer Plaiſe, die Haushaͤlterin, und der blinde Knabe Tommy ſind von ſchlagender Schoͤnheit. Eben ſo wenig fehlt es an ſehr ſchoͤnen Beſchreibungen und Betrachtungen, z. B. uͤber Kirchhoͤfe, uͤber die Capelle der heiligen Dreieinig⸗ keit zu Canterbury. Die Tendenz des Romans iſt Dar⸗ legung der furchtbaren Wirkungen religioſer Unduldſam⸗ keit, welche die verwerflichſten Leidenſchaften erzeugt und