ſich ihrer Seele der Gedanke an Hendrick van Caſſel auf; und mit dieſem Gedanken kam ihr Hoffnung; denn obwohl Hendrick geheimnißvoll in all ſeinem Thun, und wie ſie es ſich geſtehen mußte, auch in ſeinem Charakter war, ſo zeigte er doch ſo viele Freimuͤthigkeit und eine ſo innige Zuneigung in ſeinem Weſen und ſeinen Aus⸗ druͤcken, daß ſie nicht anders konnte, als ihn fur redlichen Herzens halten; ſo daß ſie glaubte, er koͤnnte unter des Himmels Leitung ein Werk⸗ zeug abgeben, ihrem Vater und ſo auch ihr bei⸗ zuſtehen, indem er denſelben den ihn umringen⸗ den Gefahren entriſſe. Das Bangen ihres Ge⸗ muͤths war zu dieſer Stunde ſo groß, daß ſie be⸗ ſchloß, ihren Herzensfreund Hendrick, ſo weit ſich ſolches mit ihrem Ehr- und Pflichtgefuͤhl vertrug, von ihren Angelegenheiten in Kenntniß zu ſetzen.
Anna hatte bisher es nimmer gewagt, ihrem Vater ihre außerordentliche Verbindung mit Hen⸗ drick van Caſſel mitzutheilen; ſie war oft ent⸗ ſchloſſen geweſen, ihm die volle Wahrheit zu entdecken, allein ſo oft ſie den Verſuch machte, den Gegenſtand zur Sprache zu bringen, ward


