192
durch Studien oder ſchmerzliche Erlebniſſe dahin ge⸗ langt, dieſer materialiſtiſchen Weltanſchauung ſich hin⸗ zugeben. Verzeihen Sie mir übrigens“ fügte Herr Schmid nach kurzer Pauſe hinzu,„wenn ich da eine Saite berührte, die—“
„Die verſtimmt iſt“, unterbrach ihn Claudine weh⸗ müthig lächelnd.
„Ja, Mademoiſelle, die aber ein gütiges Geſchick, jedenfalls die Alles ausgleichende Hand der Zeit in nor⸗ male Stimmung bringen kann.“
„Nie, mein Herr, wird dies geſchehen.“
„Sie können noch ſehr glücklich werden.“
„An der Seite eines würdigen Mannes, eines edlen, liebevollen Gatten.“
„Ich— ich werde mich nie verehelichen.“
„Sie haſſen alſo die Männer?“
„Nein; ich kann ſie nur nicht lieben.“
In dieſem Augenblicke kam Minna herbei, und das ſeltſame Geſpräch wurde abgebrochen.
Ende des vierten Bandes.
Druck von Bär 4 Hermann in Leipzig.


