und zu befragen, wie dieſer junge Mann ſich im Frem⸗
denbuche eingeſchrieben habe. Die Antwort lautete: „Claude Latour, Sprachmeiſter aus Genf, begriffen auf der Reiſe nach Hamburg, nur auf ein paar Tage in Baden⸗Baden verweilend.“ „Ich werde alſo“— ſagte ſich Karl—„wahrſchein⸗ lich die nähere Bekanntſchaft dieſes ſeltſamen jungen
Mannes machen.
Aber warum ſeltſam?
Wozu ihn
näher kennen lernen? Er iſt vielleicht trotz ſeines eigenthümlich beredten Blicks ein ganz gewöhnlicher junger Menſch, der, möglicherweiſe arm oder ein ver⸗ hätſcheltes Mutterſöhnchen, vor der Fremde Scheu hat, die ihn aufnehmen und Brod finden laſſen ſoll. Du ſiehſt eben faſt in Allem etwas Poetiſches, wenigſtens Phantaſtiſches; nach vierundzwanzig Stunden wirſt Du wahrſcheinlich über dieſen Menſchen ſo nüchtern weg⸗
blicken wie der kälteſte Proſaiſt.
Flüchte dich vor der
Hand wieder nach den waldbekränzten Höhen, in die herrliche Natur und ſenke dich dann aus dem Aether auf die Scholle nieder, nachdem die Lerche in dir aus⸗
gejubelt.“
So mit ſich im Klaren, verließ er den Gaſthof und ſchritt rüſtig den Weg dahin, der nach der Waldpartie
unfern des hochgelegenen alten Schloſſes führte.


